Besteuerung von blockchainbasierten Geschäftsmodellen

Was ist die Blockchain?

Die „Blockchain“ als eine der bekanntesten Distributed-Ledger-Techniken ist eine dezentral geführte, verschlüsselte, unveränderliche und für jeden einsehbare Datenbank, in der Transaktionen jeder Art chronologisch in Blöcken abgelegt werden. Im Kern handelt es sich bei der „Blockchain“ um eine unveränderliche Transaktionshistorie („Kette“ bzw. „chain“), die durch das Hinzufügen neuer Datenblöcke fortgeschrieben wird.

Die Themen Blockchain und Bitcoins bzw. andere Kryptowährungen haben spätestens aufgrund der hohen Wertzuwächse nicht nur das öffentliche Bewusstsein und die Wirtschaft erreicht, sondern sind auch auf den Radar der Finanzbehörden gelangt. Das Frankfurt School Blockchain Center (FSBC) hat in einer Studie für das Jahr 2017 festgestellt, dass der Staat allein für das Jahr 2017 mit bis zu 726 Mio. Euro mögliche Steuermehreinnahmen durch private Veräußerungsgeschäfte mit Kryptowährungen erheben könnte. Neben der reinen Spekulation mit Kryptowährungen durch Trader gibt es auch ernsthafte Anwendungsszenarien z.B. in Form der Abbildung von realen Gegenständen oder Schuldverschreibungen durch Security Token auf einer Blockchain, welche dann zur Unternehmensfinanzierung genutzt werden können.

Allerdings sind insbesondere die ertragsteuerrechtlichen Fragen in weiten Teilen durch den Gesetzgeber sowie die Finanzverwaltung ungeklärt. Dazu gehören insbesondere Fragen zur Besteuerung von Kryptowährungen im Privat- und Betriebsvermögen. Aktuelle Fragen sind derzeit, ob Kryptowährungen Wirtschaftsgüter im Sinne des § 23 EStG sind, das Staking bzw. Lending von Kryptowährungen zu einer Verlängerung der Spekulationsfrist auf zehn Jahre führt oder ob in der Hingabe von Daten im Gegenzug für den Erhalt einer Kryptowährung sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG vorliegen können.

Auch die bisherigen Entscheidungen der Finanzgerichte lassen eine einheitliche Rechtsprechung zur ertragsteuerrechtlichen Bewertung von Kryptowährungen nicht erkennen. Das FG Berlin-Brandenburg hat in einer Entscheidung beispielsweise Kryptowährungen unproblematisch unter den Begriff des Wirtschaftsguts im Sinne des § 23 EStG gefasst. Mit harschen Worten hat hingegen das FG Nürnberg erst in einem Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes entschieden, dass "letztlich bei der Qualifizierung einer „Kryptowährung“ als Wirtschaftsgut schon möglichst klar sein [sollte] (...) worüber man eigentlich entscheidet" und die Vollziehung des Steuerbescheids aus tatsächlichen und rechtlichen Gründen ausgesetzt.

Dieses alles zeigt, dass für die richtige steuerrechtliche Einordnung nicht nur eine zivilrechtliche Vorstellung, sondern insbesondere auch eine konkrete Vorstellung vom technischen Aufbau und der Funktionsweise von Distributed-Ledger-Technologien sowie Kryptowährungen unabdingbar ist.

Allerdings fehlt es häufig nicht nur auf der Seite der Finanzverwaltung an den technischen Grundkenntnissen bzw. dem notwendingen Vorstellungsvermögen. Dies hindert die Finanzbehörden jedoch nicht daran, Veräußerungsgeschäfte mit Kryptowährungen zu besteuern sowie ein Steuerstrafverfahren einzuleiten, wenn entsprechende Sachverhalte den Finanzbehörden vorenthalten oder insoweit unrichtige bzw. unvollständige Angaben getätigt werden.

Durch unser steuerliches und technisches Wissen können wir unsere Mandanten optimal gegenüber den Finanzbehörden insbesondere bei Fragen im Zusammenhang mit der Besteuerung von Kryptowährungen im Privat- und Betriebsvermögen als auch verfahrensrechtlich bei der Steuerdeklaration, im Einspruchs- und Klageverfahren.

Wir übernehmen auch die Erstellung von Steuerreports bzw. die Aufarbeitung der Transaktionshistorie bei der Ermittlung von Veräußerungsgewinnen bei umfangreichen Trades oder bei komplizierten Sachverhalten mit Krpytowährungsgewinnen (Tausch verschiedener Kryptowährungen gegeneinander, Forks, Ermittlung der konkreten Verbrauchsreihenfolge). Zum Teil arbeiten wir in einem Netzwerk mit verschiedenen Partnern (u.a. PEKUNA ) zusammen.

Aktuelle Entwicklungen zu der Besteuerung von Krypotwährungen und Vieles mehr finden Sie auch unter Aktuelles. Daneben veröffentlichen wir regelmäßig zu den Themen Blockchain und Kryptowährungen in diversen Fachpublikation wie u.a. REthinking: Tax.

Ihr Ansprechpartner

Herr Rechtsanwalt Figatowski, LL.M. (Tax)

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